Grundsätzlich

Alles hat seine Zeit, nur ich hab keine

Heute bin ich zufällig über diesen Buchtitel von Karlheinz A. Geißler gestolpert…
Ironisch, witzig und wahr zugleich, hat mich dieser Titel nachhaltig beschäftigt!
Oft höre ich mich selber sagen „kommt Zeit, kommt Rat“ oder „alles zu seiner Zeit“. Hat denn alles seine Zeit? Gibt es vielleicht eine Art Zeitfenster, in denen bestimmte Dinge ihren Raum haben zu geschehen?

Aus einer anderen Perspektive betrachtet, passt so vieles in meine Woche: Arbeit, Nebenjob, Berufsschule, Training, Freunde, Eltern, Kind, Tanzschule, Verein…
Es stellt sich mir jedoch die Frage:
Habe ich da noch Zeit für mich? Und ist das nicht bereits die Zeit für mich? Wie sollte man Zeit für sich gestalten, damit sie auch tatsächlich als solche durch geht?
Vielleicht leben wir einfach nur in einer Zeit, in der wir alles zu sehr hinterfragen. Vielleicht macht aber gerade das unsere Zeit aus.

Wenn ich mir innerhalb von dreieinhalb Wochen einen Bänderriss im linken Fuß, eine Hornhautentzündung im rechten Auge und eine Erkältung zuziehe; Sagt mein Körper mir damit, dass ich Zeit für mich brauche, auf mich acht geben soll oder bin ich einfach nur in einer ungeschickten Zeitphase?

Mein Angstalter ist achtunddreißig. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Es war schon immer so.
Achtunddreißig ist nicht alt, aber zu altern macht mir auch keine Angst. Es ist vielmehr der Gedanke, dass in meinem achtundreißigsten Lebensjahr etwas passiert. Positiv, Negativ oder schlicht und ergreifend lebensverändernd – ich weiß es nicht. Meine Tante dachte immer, dass sie nicht älter als fünfzig werden würde. Sie hatte sich geirrt. Sie wurde einundfünfzig.

„Wieviel Zeit haben Sie?“, fragt mich mein Therapeut und reißt mich aus meinen Gedanken und meinem Redeschwall.
„Heute? Noch gute zwanzig Minuten.“
– „Nein. Grundsätzlich.“

Gute Frage.

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