Schlusswort

Januar.

„Dann wirken Sie auch mal bedrohlich auf die Welt und die Welt nicht mehr auf Sie.“
– „…und die ist so bedrohlich!“
„Ich glaube, die war schon viel bedrohlicher als jetzt.“
– „…das war sie…“
„Vergessen sie das nicht!“

Februar.
Vier Wochen später.
Gleiche Zeit, gleicher Ort.

„Aushalten.“

Kalter Boden, kaltes Herz

Phantasie komm zurück – die Realität ist gemein zu mir!

Und plötzlich bin ich auf den Boden der Tatsachen geknallt.
Ohne Vorwarnung, aber mit einem lauten Knall, bin ich aufgewacht und lag da.
Nackt.
Allein.
Zerbrechlich.
Ich weiß gerade nicht, was am meisten schmerzt. Ist es mein Herz? Ist es mein Ego? Ist es die erneute Erkenntnis meiner Naivität?
Was stimmt denn nicht mit mir?
Wie kann ich glauben was ich doch eigentlich besser weiß?
Und verdammt nochmal, warum lasse ich diese Tür nicht einfach zu?
So langsam sollte ich doch schlauer sein!

Ich bin wütend auf mich! Ich bin traurig…. mir ist kalt.
Der Boden der Tatsachen ist kalt und hart und er gefällt mir nicht.

„Und jetzt geh‘ da raus und lächle. Lächle solange, bis es bei deinen Augen angekommen ist. Es kommt die Zeit, in der du zurück blickst und darüber lachen wirst. Glaub mir, mein Schatz.“
– „Es tut so weh!“
„Das geht vorbei. Das geht immer vorbei.“

Meine Kehle schnürt sich zu.
Mit aller Kraft unterdrücke ich die Tränen.
Ich sortiere mich neu, blicke in den Spiegel, rede mir Mut zu – dann mache ich weiter.

Erinnerungen

Man muss zunächst reisen, um seine Ziele zu erkennen.

Wenn ich meine Tage nicht bis oben hin voll gepackt habe, hab ich zuviel Zeit zum Nachdenken. Heute beschäftigen mich die Fragen ‚Wo komm ich her?‘ und ‚Wo will ich hin?‘.
Dabei beziehe ich das gar nicht auf die Orte meines Lebens – so besonders viele gibt es da auch nicht – sondern auf alles Emotionale.
Weihnachten ist gerade vorbei und Silvester steht vor der Tür. Blicke ich zurück, sehe ich mich wochenlang voller Vorfreude auf ein Fest der Liebe im Kreis meiner Familie blicken. Die letzten beiden Jahre sah das völlig anders aus. Die Vorweihnachtszeit hat mich traurig gemacht oder einfach nur genervt. Meine Familie kommt an Weihnachten nicht mehr zusammen. Meine Eltern sind nichtmal im gleichen Land, weil sie es nun vorziehen Urlaub zu machen und mir an Weihnachten dann eine SMS schicken, in der sie dann betonen, wie sehr ich ihnen fehle.
Es gab mal eine DVD von unserem Weihnachtsfest in 2006. Wir sitzen alle am Tisch meiner Eltern, mein Bruder filmt. Wir trinken Wein, spielen Gesellschaftsspiele und lachen.
Wenn ich mich umhöre, scheint es, dass niemand Weihnachten so emotional ansieht. Es ist reiner Kommerz und ein paar zusätzliche Tage frei im Jahr.
Vielleicht bin ich zu melancholisch.
Vielleicht lege ich zuviel Gewicht hinein. Vielleicht habe ich allerdings auf meiner Reise gesehen, wie es sein kann. Sind es die schönen Erinnerungen, die uns traurig stimmen?