Montagabend 28/52

Das Einzige, was mich gerade davon abhält lachend durch den Regen zu tanzen, ist eine hartnäckige Grippe.
Und der Regen, der ausnahmsweise mal nicht fällt.

Noch vor ein paar Wochen hätte ich nur über das negative nachgedacht. Darüber, dass der Mann, in den ich mich während einer unsinnigen Affäre verliebt habe, mich nichtmal mehr ansehen kann. Darüber, dass ich nicht weiß warum das so ist. Darüber, dass ich mich einer Frau anvertraut habe, die einsamer ist als ich und trotzdem nur an sich selbst denkt. Darüber, dass ich einen tollen Mann kennengelernt habe, der mich einfach nicht umhaut. Darüber, dass ich noch immer in diesem langweiligen Dorf hänge. Darüber, dass ich von meiner pubertierenden Tochter genervt bin.
Darüber, dass mir langweilig ist…

Was hat sich geändert?
Ich habe etwas Sonne getankt und wieder das Lachen gelernt.
Das Leben ist einfach schön. Zu leben ist schön.
Was sich dieses Jahr bisher ergeben hat, was alles passiert ist und noch passiert, ist einfach überragend.
Es scheint wirklich so, dass alles immer positiv zurück kommt je positiver ich in die Welt raus gehe.
Letzten Donnerstag saß ich in einem Seminar zum Thema Zeitmanagement. Der Referent gab uns folgendes mit:
Es ist nicht immer wichtig effizient zu sein. Viel wichtiger ist zunächst die Effektivität. Und es ist wirklich wichtig was ich mache?
Ich habe keine Lust mehr mich aufzuregen.
Das ist Zeitverschwendung.
Elf Tage in Bulgarien mit einer dreiundzwanzig jährigen, ernsten und sehr braven Frau haben mich verändert. Ich habe soviel gelernt. Über mich und auch zwischenmenschlich.

Noch viermal schlafen, dann geht es wieder in den Urlaub. Sommer, Sonne, Strand und Meer.
Mir geht’s gut.
Und ich muss keinem hinterher laufen, der mich nicht will.
2016 ist mein Jahr!

Ich werde dieses Jahr noch lachend im Regen tanzen!

Montagmorgen 14/52

Eine Linie.
Eine rote Linie.
Die Linie, die den Kreis der Gewohnheit anzeigt.
Verhaltensmuster, die sich immer wiederholen.
Ich will sie überschreiten.
Stehe davor.
Meine Füße reagieren nicht auf den Befehl aus meinem Gehirn.
Mein ganzer Körper reagiert nicht.
Nichts funktioniert mehr so wie vorher.
Die Erde hat sich gedreht.
Meine Welt hat sich gedreht.
Ich bin stehen geblieben.
Dann falle ich.
Immer weiter und weiter.
Oder fliege ich?

Montagmorgen 13/52

Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden…

Dieser Titel hat mich so lange beschäftigt, dass ich mir das Buch nach einer Woche gekauft habe.
Weit gekommen bin ich noch nicht und es ist jetzt das dritte angefange Buch, das hier liegt.
Zu viele Baustellen, zu viele Gedanken.
Wovon reden wir, wenn wir von Liebe reden?
Wovon reden wir überhaupt?
Was ist  wichtig?
Ist es die Liebe?
Ist es das Glück?
Was bedeutet Glück?
Und was mich viel mehr beschäftigt:
Wann bin ich glücklich?

Da gebe ich mir soviel Mühe meiner Tochter zu zeigen wie schön das Leben ist – und kann mir diese so simple erscheinende Frage einfach nicht beantworten.

Bin ich gerade glücklich?
Ich bin jedenfalls nicht unglücklich.
Es geht mir gut.

Montagmorgen 12/52

Gestern abend kam ich an einer Bank vorbei. Eine Bank, die schon seit Ewigkeiten dort steht. Vermutlich bin ich schon tausend mal an ihr vorbei gelaufen ohne sie überhaupt richtig wahrzunehmen.
So ändern sich die Dinge.
Tag für Tag.
Ein ewiges hin und her des Lebens.

Ich möchte sie malen. Das Bild zerreißen und wegwerfen.
Und ich möchte verdammt nochmal hier raus.
Raus aus meinem Kopf und weg von diesen niederschmetternd Gedanken.
Ich lache viel lieber.

Wenn sich in zwölf Wochen soviel verändert, dreht und neu sortiert – wie wird es wohl nach zweiundfünfzig sein?

We will see…

Montagmorgen 11/52

Eine interessante Woche ist vorbei und die nächste geht nun los.
Heute finde ich meine Worte nicht.
Es fühlt sich an, nicht anzukommen.
Ich trete auf der Stelle.
Verbal.
Körperlich.
Gedanklich.
Als hätte jemand auf ‚Pause‘ gedrückt.
Und dennoch läuft die Zeit weiter.

Mein Blick fällt auf die Karte.
Ich höre nicht auf anzufangen!
Die Pause kann ich nutzen.
Dann nehme ich Anlauf.
Play.
Das Leben geht weiter.

Eigentlich motiviert mich die Karte.
Aber das Gesetz der Anziehung sagt, dass Leben versteht kein ’nicht‘ oder ’nie‘.
Steht da also für das Universum Fang an, aufzuhören, höre auf, anzufangen?

Hmm…

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Montagmorgen 9/52

Faktor Zeit.

Andere Menschen lesen morgens eine Zeitung (oder mehrere), ich lese Blogs.
Nicht jeden Morgen, aber an solchen wie heute. Wenn ich meine Gedanken sortieren will. Oft hilft es mir wenn ich vorher einfach meine Gedanken auf etwas anderes bringe.
Heute morgen lese ich also die Artikel der Menschen, denen ich virtuell folge.
An dritter Stelle kam der letzte neue Beitrag von sinnsucht. Der Titel hat mich schon amüsiert und angelockt.
Weltuntergang.
(Ich weiß gar nicht wonach ich meine Titel immer aussuche.)
Worauf ich aber eigentlich hinaus will:
Die Kommentare!
Wenn der Artikel selbst mir schon sehr gefallen hat, interessieren mich auch immer die Kommentare darunter.

Ich habe neulich ein Comic-Bild gesehen: Zwei Menschen sitzen auf einer Bank. Die eine Person sagt: “Eines Tages werden wir sterben.” Die andere antwortet: “Aber bis dahin werden wir jeden Tag leben.”

Das mag ich.
Wie war das nochmal..? Frau B. 2.0 ?
Ich mag meine neue positive Einstellung!
Auf in die neue Woche…
Diese Woche möchte ich mir Zeit für mich nehmen. Mich zurück lehnen und einfach sein.

Montagmorgen 8/52

„Ich möchte dich gerne sehen…“

So ein einfacher Satz.
Wann ich den zuletzt selbst gesagt habe, weiß ich ganz genau.
Was ich nicht weiß: wann genau habe ich diesen Satz das letzte Mal gehört?
Habe ich ihn überhaupt mal gehört?

Es gibt viele Arten, jemandem zu sagen, dass man einem wichtig ist, etwas bedeutet. „Fahr vorsichtig“, „iss deinen Apfel“, „Pass auf dich auf“,…
Ist es das gleiche bei dem Wunsch jemanden zu sehen?
Ein vorwurfsvolles „Du hast ja nie Zeit“ sagt doch am Ende das gleiche aus. 
Assoziiert man dadurch ein „Ich möchte dich gerne sehen…“ automatisch mit Negativem? Ist es nicht vielmehr eine schöne Aussage, als ein Vorwurf?

Ich freue mich darüber, wenn Menschen mit mir Zeit verbringen wollen.

Vermutlich vermisst mich niemand, weil ich immer so präsent bin.
Ich bin ja hier.

Obwohl niemand sagen kann, wie lange noch…
Ich schweife ab…

Montagmorgen 1/52

Es dauert manchmal endlos lange bis der Morgen erwacht.
Vier von Dreihundertsechsundsechzig.

Manchmal könnte ein Morgen viel länger dauern…
In der einen Stunde, in der ich mich im Bett herumwälze und auf das Klingeln meines Weckers warte, träume ich.
Ich träume von nackten, vom lachen bebenden Körpern und einem Morgen, der mir den Atem raubt.
Loslassen.
Einfach sein.
Ich träume davon, vom Leben überrascht zu werden, obwohl ich keine Überraschungen mag.
Positiv.
Negativ.
Was ist was?

Aufgewacht.
Eingeschlafen.
Geträumt.
Wach.
Nachgedacht.
Alles vermischt sich.
Was will ich überhaupt?
Was ist Traum und was Wirklichkeit?

Endlich klingelt der Wecker.
Der Tag beginnt.